Es fing ganz nüchtern an. Ich war auf der Suche nach einer Ferienimmobilie, die ich vermieten wollte. Eine kleine Wohnung irgendwo, solide Anlage, vielleicht etwas Schönes in einer Urlaubsregion. Ich scrollte durch Portale, verglich Quadratmeterpreise, las Renditeberechnungen. Nichts Besonderes.
Und dann, irgendwo zwischen den Ferienwohnungen auf Sylt und den Berghütten im Allgäu, tauchten sie auf: Hausboote. Ich weiß nicht mehr genau, welches Inserat es war. Ich weiß nur noch, dass ich aufgehört habe zu scrollen.
„Warten mal kurz. Das wäre doch nicht nur etwas zum Vermieten. Das wäre etwas für mich."
Dieser Gedanke kam so unvermittelt, dass ich ihn erst mal weggeschoben habe. Ich kenne das ja von mir: Manchmal verliebt man sich kurz in eine Idee und vergisst sie nach dem nächsten Kaffee wieder. Aber dieser Gedanke ließ sich nicht vergessen. Er blieb. Er wurde lauter.
Dabei kam mir noch etwas zu Hilfe: Ich wollte sowieso raus aus meiner Wohnung. Zu laut, zu viel, zu eng irgendwie. Der Wunsch nach etwas ruhigerem, eigenem, echtem war schon da. Das Hausboot hat ihm nur plötzlich eine Form gegeben.
Vom Scrollen zum Ernstmeinen
In den Wochen danach habe ich angefangen, mich wirklich schlau zu machen. Was kostet ein Hausboot? Was kostet ein Liegeplatz? Was braucht man dafür an Genehmigungen, Versicherungen, Kenntnissen? Ich habe Foren gelesen, YouTube-Videos geschaut, Blogbeiträge von Menschen, die diesen Schritt schon gegangen waren.
Je mehr ich las, desto realer wurde es. Nicht im Sinne von „das ist ja einfacher als ich dachte", sondern im Sinne von: Das ist möglich. Das ist keine Spinnerei. Das machen echte Menschen, die nicht anders ticken als ich.
Irgendwann habe ich aufgehört zu recherchieren und angefangen zu planen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass das kein Gedankenspiel mehr ist. Das wird wirklich passieren.
Was mich wirklich überzeugt hat
Es war nicht ein einzelnes Argument. Es war die Summe aus allem. Die Vorstellung, morgens aufzuwachen und Wasser zu sehen. Die Ruhe, die von Bildern solcher Orte ausgeht. Die Idee, ein Zuhause zu haben, das irgendwie bewegt ist, selbst wenn es festgemacht am Steg liegt. Und ehrlich gesagt auch: Die Lust auf etwas, das sich anfühlt wie meins. Wirklich meins.
Das Boot ist gerade noch im Bau. Es ist fast fertig. Und ich bin gespannt wie ein Flitzbogen. Auf diesem Blog schreibe ich auf, was auf dem Weg dorthin passiert. Die Planungen, die Überraschungen, die Kosten, die schönen Momente und die, bei denen man kurz schluckt.
Und natürlich begleiten mich meine zwei Kater durch das alles. Die wissen noch nicht, was auf sie zukommt. Ich eigentlich auch nicht. Aber genau das ist ja das Schöne daran.