Eigentlich wollte ich zuerst einfach nur aus meiner Wohnung raus. Nicht sofort in etwas Großes, kein radikaler Sprung, sondern eher raus aus diesem Gefühl von zu laut, zu eng und zu viel.

Erst dachte ich an ein kleines Häuschen an Land. Irgendwas Eigenes, etwas Ruhigeres, etwas, das ein bisschen Luft lässt. Ich habe also ganz normal geschaut, was es da so gibt. Kleine Häuser, Grundstücke, Möglichkeiten. Hauptsache weg aus dem alten Rahmen.

Aber je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Eigentlich wollte ich nicht nur den Ort wechseln. Ich wollte mein Leben verändern.

Und ja, da spielte auch mehr mit rein als nur der Wunsch nach einem anderen Wohnort. Irgendwann war mein Alltag so eng geworden, dass ich gemerkt habe: So kann es nicht weitergehen. Ich brauchte nicht einfach eine andere Adresse, sondern etwas, das sich wirklich neu anfühlt.

Vom Land aufs Wasser

Dann kamen die Hausboote ins Spiel.

Erst ganz nebenbei, eher aus Neugier. Ich hatte sie im Internet gesehen und plötzlich hat sich der Gedanke festgesetzt. Ich kann gar nicht sagen, warum genau. Vielleicht, weil da auf einmal etwas war, das nicht nur praktisch klang, sondern sich auch richtig anfühlte. Ich habe jedenfalls angefangen zu schauen, was sowas eigentlich kostet.

Parallel lief noch die Idee mit dem kleinen Häuschen an Land weiter. Aber irgendwann hat sich die Richtung verschoben. Von Land auf Wasser. Und das war der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Das hier ist mehr als nur ein flüchtiger Gedanke.

„Ich wollte es nicht nur träumen. Ich wollte wissen, ob es wirklich zu mir passt."

Erst mal testen

Also habe ich mich erst einmal umgeschaut, ob es nicht auch etwas Gebrauchtes gäbe. Vielleicht ein Boot, mit dem man das Ganze testen kann. Ich dachte: Wenn ich sowieso neu anfange, dann könnte ich doch erst mal vorsichtig reingehen statt gleich alles auf einmal festzulegen.

Dann war ich ein paar Tage an der Havel und habe dort auf einem Boot genächtigt.

Und das war natürlich noch mal was anderes.

Da war plötzlich nicht mehr nur die Idee im Kopf, sondern das Gefühl im Bauch. Das Wasser, die Ruhe, das Leben auf engem Raum, das Ganze drumherum. Danach war für mich noch klarer, dass ich nicht auf dem falschen Weg bin. Im Gegenteil. Es hat sich eher so angefühlt, als wäre ich auf etwas gestoßen, das schon die ganze Zeit in mir gearbeitet hat.

Und dann wurde es ernst

Irgendwann habe ich gemerkt: Das ist kein Gedankenspiel mehr.

Ich wollte nicht einfach nur mal gucken. Ich wollte wirklich raus aus diesem alten Gefühl, raus aus dem, was mich über lange Zeit zu sehr eingeengt hat. Ich wollte etwas, das zu meinem echten Leben passt. Etwas, das sich ehrlich anfühlt.

Und ab da war klar: Jetzt geht es nicht mehr nur um die Idee. Jetzt geht es darum, wie ich daraus wirklich meinen Weg mache.

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit der Frage, wie ich aus dem Gedanken ganz konkret ein Projekt gemacht habe.