Knapp 32 Quadratmeter. Das klingt nach wenig. Und ja, es ist wenig. Aber es ist auch eine Befreiung. Wer auf dieser Fläche wohnen will, muss Entscheidungen treffen. Was brauche ich wirklich? Was kann weg? Was darf bleiben? Diese Fragen habe ich mir gestellt, bevor ich auch nur einen Möbelkatalog aufgeschlagen habe.
Das Ergebnis ist ein Grundriss, der so offen ist wie möglich. Es gibt genau eine Schiebetür, zwischen Salon und Schlafbereich, und eine feste Tür ins Bad. Das war eine bewusste Entscheidung. Türen fressen Platz, erzeugen das Gefühl von Enge und trennen, was eigentlich zusammengehört. Wände sind auf dem Boot kein Luxus, also spare ich damit.
Dazu kommen viele Fenster. Das war mir von Anfang an wichtig: Man soll zu jeder Zeit und in jedem Winkel des Boots merken, dass man auf dem Wasser ist. Licht, Blick, das Glitzern der Wasseroberfläche. Das ist kein Dekorationselement, das ist der eigentliche Grund, warum ich hier wohnen will.
Drei Bereiche,
ein Zuhause
Salon, Küche und Büro
Der vordere Bereich vereint Kochen, Essen, Entspannen und Arbeiten. Sofa, Tisch, Küche und Schreibtisch fließen ineinander. Das Sofa lässt sich zur Schlafcouch ausziehen. Ein Gästezimmer gibt es bewusst nicht.
Schlafbereich
Per Schiebetür abtrennbar, aber sonst Teil des Ganzen. Das Bett hat Stauraum darunter und drumherum. Kein Platz wird verschenkt.
Bad und Laundry
Kompakt, aber vollständig: WC und Dusche. Die einzige feste Tür an Bord.
Laundryschrank
Separat vom Bad, mit Waschtrockner. Kompakt verstaut, kein eigener Raum, aber alles da wo es hingehört.
Stauraum überall
Jedes Möbel trägt doppelt. Bett, Sofa, Tisch: Alles hat Schubladen, Klappen oder Fächer. Kein Möbel, das nur steht.
Das Prinzip
dahinter
Minimalismus ist auf einem Boot kein Lifestyle-Trend, sondern schlichte Notwendigkeit. Was keinen Platz hat, kommt nicht mit. Das klingt hart, aber es ist befreiend. Ich habe angefangen, mir bei jedem Gegenstand die Frage zu stellen: Brauche ich das wirklich, oder besitze ich es nur?
Jedes Möbel auf dem Boot hat einen Zweck. Wer nur dekoriert, verschwendet Fläche, die ich nicht habe.
Stauraum ist deshalb das zentrale Thema bei der Planung gewesen. Nicht als Notlösung, sondern als Designprinzip. Bett mit Stauraum darunter, Sofa mit Fächern, Tisch mit Schubladen. So wird Fläche doppelt genutzt, ohne dass es beengt wirkt.
Was ich bewusst
weglasse
Keine Wände, die keinen Sinn ergeben. Keine Möbel, die nur stehen. Keine Dinge, die ich „vielleicht irgendwann" brauche. Das ist die härteste Übung, nicht die Planung selbst, sondern das Loslassen vor dem Einzug.
Das Boot ist noch im Bau. Ich bin gespannt, wie sich das alles anfühlt, wenn es fertig ist und ich zum ersten Mal wirklich drin stehe. Mit dem Gefühl, dass alles genau so ist, wie es sein soll. Und mit Lehmann, der sofort jeden Winkel inspiziert, und Snuggles, der erst mal auf dem Bett wartet, bis die Lage geklärt ist.